Screenshot Museum Waldenburg
Naturalienkabinett Waldenburg - Ein Museum im Museum
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Wissenschaftliche Instrumente
Weltsystem und Sonnenuhr


Screenshot Aus der Sammlung Linck sind heute noch eine Vielzahl wissenschaftlicher Instrumente erhalten, die meist von bedeutenden Gelehrten und Kunsthandwerkern gefertigt wurden. Die gesammelten Objekte dokumentieren den Stand der Wissenschaften und des Kunsthandwerks des 16. bis 18. Jahrhunderts. Denn erst anhand der neu entwickelten Instrumente und Geräte war es möglich, naturwissenschaftliche Phänomene genau zu erforschen und weiterführende systematische Untersuchungen vornehmen zu können. Im Blickpunkt des Interesses im 17. sowie des beginnenden 18. Jahrhunderts standen Untersuchungen im Bereich der Optik, der Planetenbewegungen, der Mechanik sowie die weitere Entwicklung genauerer Uhren. Für die Weitsicht und den hohen Kenntnisstand der Familie Linck spricht die Vielfalt der vorhandenen Geräte aus den vorgenannten Gebieten. So haben sich in der Linckschen Sammlung Tellurien und Geräte zur Demonstration von Planetenbewegungen, Uhren, Sonnenuhren, Instrumente zum Messen mathematischer und physikalischer Größen, Mikroskope, Globen, Hohlspiegel und Brennlinsen sowie Einzelgeräte der unterschiedlichsten Wissensgebiete erhalten.

Screenshot Das "Weltsystem" - ein Kopernikanisches Planetarium Das zweifelsfrei bedeutendste, wissenschaftliche Gerät der Sammlung ist ein bislang unbekanntes Tellurium - das sogenannte "Weltsystem", gefertigt von Willem Janszoon Blaeu im Jahr 1650. Diese Zuordnung zu W.J. Blaeu konnte erst im Zuge umfangreicher Restaurierungsarbeiten 1993 erfolgen. Das "Weltsystem" stammt aus der Amsterdamer Werkstatt der Familie W.J. Blaeu. Das beweist die Signatur, die auch die Jahreszahl der Herstellung 1650 angibt. Bei Untersuchungen von wissenschaftlichen Geräten, welche nachweisbar W.J. Blaeu zugeschrieben werden, stellte sich heraus, daß lediglich vier weitere, in vielen Merkmalen ähnliche, sogenannte Tellurien existieren. Ein dem Waldenburger Planetarium sehr ähnliches Gegenstück befindet sich im Stadtmuseum Bautzen. Das Bautzener Gerät stammt ursprünglich ebenfalls aus einer bedeutenden wissenschaftlichen Universalsammlung. Die drei weiteren Geräte sind in den Museen der Städte Wolfenbüttel, Kassel und Amsterdam zu finden. Mit der Datierung von 1650 besitzt das Museum Waldenburg das zuletzt hergestellte Gerät. W.J. Blaeu selbst bezeichnete es als “Kopernikanisches Planetarium”. Das Patent zu dem vorliegenden Mechanismus stammt vom 22. September 1648, wobei eine erste Patentierung im Jahre 1620 durch Blaeu angemeldet wurde. W.J. Blaeu wurde 1571 in Alkmaar geboren. Im Jahr 1596 arbeitete er als Gehilfe des berühmten Astronomen Tycho Brahe. Später übersiedelte er nach Amsterdam, wo er durch die Anfertigung seiner Erd- und Himmelsgloben Berühmtheit erlangte. 1634 erhielt er nachweisbar ein Privileg, daß niemand innerhalb von 9 Jahren "copernikanische Geräte - Sphaeras Copernicanas -" nachahmen darf. Nach seinem Tod am 21. Oktober 1638 führte sein Sohn Joan Blaeu die Firma unter dem Namen seines Vaters weiter. Er erhielt im Jahre 1648 das oben erwähnte Patent für das "Kopernikanische Planetarium", wofür sein Vater die Grundlagen geschaffen hatte.