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Mumie und Sarg der Ägypterin Schep-en-Hor wurde 1846 von Fürst Otto Victor I. von Schönburg-Waldenburg für 350 Taler erworben. Vorbesitzer war ein Herr Salefsky aus Leipzig. Er hatte beides von einem Kaufmann zur Schuldentilgung erhalten. Für eine erste Begutachtung wurde der damalige Professor für Archäologie an der Universität Leipzig, Gustav Seyffahrt, herangezogen.
Um 1935 erstellte der Leipziger Ägyptologe, Professor Georg Steindorff, ein weiteres Gutachten. Er datierte Sarg und Mumie in die ägyptische Spätzeit um 500 v. Chr. Die Mumie der Schep-en-Hor ist gut erhalten. Das betrifft sowohl den Mumienkörper, wie die Röntgenaufnahme aufweist, als auch die Bandagierung, die in der oberen Schicht eine verzierende Kreuzwicklung zeigt. An der rechten Schulter ist von einem Neugierigen eine grobe Bohrung vorgenommen worden, wohl um sich zu überzeugen, daß sich tatsächlich ein menschlicher Körper in der Wicklung befindet. Solche "Untersuchungsmethode" ist heute längst nicht mehr nötig. Verschiedene Röntgenverfahren, vor allem das konventionelle Röntgen und die Computertomographie, ermöglichen eine zerstörungsfreie Untersuchung. Sie liefern die gewünschten Informationen über Geschlecht, Alter, Gesundheitszustand oder Krankheiten vor dem Tod. Auch der mumienförmige Holzsarg ist sehr gut erhalten; der geschlossene, glänzende Firnisüberzug ist wohl erst modern aufgebracht.
Der Name der Besitzerin findet sich vielfach in den Inschriften des Sarges, desgleichen die Namen ihrer Eltern, der Mutter Schep-en-Isis und des Vaters Hor. Beide Damen führen den Ehrentitel "Herrin des Hauses", den verheiratete Frauen auch geringeren Besitzstandes trugen. Der Vater ist als "Bekannter des Königs" bezeichnet, ebenfalls ein Ehrentitel, der weit verbreitet war und keine exklusive Vertrauensstellung beim König bedeutete. Das Sarggesicht der Schep-en-Hor gibt nicht die individuellen Züge der Verstorbenen wieder, sondern wie bei allen ägyptischen Mumienmasken und Sarggesichtern ein Idealporträt.
Das schmale Gesicht wird von einer schwarzen Perücke umrahmt, die mit dem Kopfputz von Göttinnen, einer gold imitierenden Geierhaube geschmückt ist. Auf dem Federschmuck ist die Göttin Nephtys im roten Trägergewand dargestellt, die Arme über den Kopf der Toten ausgebreitet und auf einem Goldzeichen, dem Symbol für Dauerhaftigkeit, kniend.