Linck-Sammlung

Kernstück des Museums Waldenburg ist eine Naturalien- und Kunstsammlung, die Linck- Sammlung. Die Leipziger Apothekerfamilie Linck trug diese im 17. und 18. Jahrhundert zusammen. Heute ist sie im Linck-Zimmer und gemeinsam mit Exponaten anderer Sammlungen, im gesamten Naturalienkabinett zu besichtigen.

Der Leipziger Apotheker Heinrich Linck (1638-1717) begann um 1670 die Sammlung anzulegen. Sein Enkel, Johann Heinrich Linck der Jüngere, berichtete 1783:

“Diese Naturaliensammlung, die mein Großvater vor hundert und zehn Jahren in Leipzig zu sammeln angefangen, und mein Vater der sich durch das Werk de stellis marinis bekannt gemacht, um ein ansehnliches vermehrt hat, reizt auch mich, diesem Beyspiel zu folgen und selbige, da sie so viele Mühe und so großen Fleiß gekostet, auf das sorgfätigste zu unterhalten, und so viel als möglich zu vermehren”

(Index Musaei Linckiani, Leipzig 1783-1787).

Zur Zeit der Sammlungsgründung um 1670 waren derartige Kabinette in Deutschland und in Westeuropa weit verbreitet. Kunstobjekte und Naturalien wurden nicht nur an fürstlichen Höfen zu Repräsentationszwecken gesammelt. Auch im bürgerlichen Bereich entstanden insbesondere ab dem 17. Jahrhundert Raritätenkammern. Durch die Entdeckung neuer Kontinente und Gebiete in Übersee kamen fremdartige Tiere, Pflanzen und andere Merkwürdigkeiten wie Ethnographica oder Artificialien nach Europa. Handelsleute und Missionare brachten diese Objekte mit in ihre Heimat. Ein weiterer Grund für die Sammlungstätigkeit liegt im veränderten Wissensverständnis jener Zeit. Bis dato lehrten die Universitäten reines Buchwissen. Die Wissenschaften bezogen sich auf Erkenntnisse aus der Antike und auf kirchliche Dogmen. Eine Forschung, die Erkenntnisse naturnah überprüft, gab es kaum.

Seestern aus der Lincksammlung, vor 1733 gesammelt.

Seestern aus der Lincksammlung, vor 1733 gesammelt.

Mit der Renaissance wandelte sich der Anspruch der Naturlehre. Man begann, Versuche durchzuführen, genaue Beobachtungen anzustellen und deren Ergebnisse zu beschreiben. Anhand von Objekten aus den Raritätenkabinetten war es möglich, vergleichende Studien vornehmen zu können. Museumstheoretiker wie Samuel von Quiccheberg (1529-1567) und Johann Daniel Major (1634-1693) erstellten Sammlungsanweisungen und Konzeptionen für ein Idealmuseum. Sie gaben vor, was Kabinette an Objekten zeigen sollten. So ähneln sich diese Kabinette aus heutiger Sicht auf erstaunliche Weise.

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