Naturalienkabinett

In der oberen Etage des Museums Waldenburg befindet sich noch heute das Naturalienkabinett der Fürsten von Schönburg-Waldenburg, das dort seit den 1840er Jahren seinen Bestand hat. Neben Objekten aus dem Naturreich (Mineralogie, NatKab. Abb. 5Paläontologie, Fisch- und Reptiliensammlung, Chonchilien, Vogel- und Säugetiersammlung, Herbarien) zeigt das Museum astronomische und physikalische Gerätschaften sowie kunsthandwerkliche Exponate aus der Barockzeit. Eine kleine ethnologische Sammlungbildet den Abschluß. Der überwiegende Teil der Exponate wurde im 19. Jahrhundert zusammengetragen. Der Museumsgründer, Fürst Otto Victor I. von Schönburg-Waldenburg (1785-1859), beauftragte seinen Forstsecretaire und späteren Oberförster Gustav Adolf Gieße (1807-1846), entsprechende Sammlungen für ein naturhistorisches Museum anzukaufen.

otto

Fürst Otto Victor I. von Schönburg-Waldenburg

Den Anfang machte eine kleine Mineraliensammlung, die 1839 vom Apotheker Karl Ferdinand Reichel (1800-1860) aus Hohenstein, übernommen wurde. 1840 erwarb Gieße für den Füsten die Gliedertiersammlung von Karl Gerhardt aus Leipzig und eine Vogelsammlung vom Zuckerbäcker Karl Ferdinand Oberländer (1805-1866) aus Greiz. Letztere umfaßte 1200 Tiere. Nach über einjähriger Verhandlung kaufte Fürst Otto Victor I. im Dezember 1840 eine reichhaltige Sammlung der Apothekerfamilie Linck aus Leipzig an. Damit kam ein Raritätenkabinett des 17. /18. Jahrhunderts nach Waldenburg. Ausschlaggebend für den Ankauf der Linck-Sammlung war deren Reichhaltigkeit und Vielseitigkeit.

Heute kommt ein bedeutender museumsgeschichtlicher Aspekt hinzu: Selten konnten Raritätenkabinette so vollständig wie in Waldenburg erhalten bleiben. Es ist somit ein Dokument der Wissenschafts- und Sammlungsgeschichte der Barockzeit.

[zurück]