Paläontologie

Versteinerter Pflanzenfarn

Versteinerter Pflanzenfarn

Sachsen und Thüringen gehören zu den Geburtsstätten der Geowissenschaften und besitzen schon durch die Vielfalt ihres geologischen Baus und die weit zurückreichende Wissenschaftsgeschichte zahlreiche klassische Aufschlüsse. Das sind beispielsweise Steinbrüche oder Wegeinschnitte, wo der geologische Untergrund sichtbar war und so dem Studium zur Verfügung stand. Ebenso lang ist die Geschichte geowissenschaftlichen Sammelns und Erforschens. Abraham Gottlob Werner hielt 1799 die wohl welterste Vorlesung in Versteinerungskunde an der Bergakademie Freiberg. Neben den naturhistorischen Sammlungen in den Franckeschen Stiftungen der Hallenser Universität ermöglicht die Waldenburger Sammlung den Einblick in eine 250 Jahre zurückliegende Welt des Sammelns interessanter Naturobjekte. In die berühmte Lincksche Sammlung waren bereits im 18. Jahrhundert große Teile der Sammlung des Juristen Gottlob Friedrich Mylius (1675-1726) aufgenommen worden. Dieser hatte seine Sammlung auf der Leipziger Ostermesse 1716 zum Verkauf angeboten. Ein Teil davon wurde damals durch Johann Heinrich Linck d. Ä. direkt ersteigert – der größte Teil aber erst auf dem Weg über das Museum Richterianum 1784 vom Sohn, Johann Heinrich Linck dem Jüngeren erworben. Linck ordnete seine Sammlung nach dem System des schwedischen Professors für Chemie, Metallurgie und Pharmazie zu Uppsala, J. G. Wallerius (1710-1785). Die paläontologischen Objekte wurden bei dieser Systematik als sogenannte Steinwüchse bezeichnet und bei den Mineralien eingeordnet.

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“Eine vollkommene Wasserratze” – der Nager aus dem Tertiär von Waltsch in Böhmen

Eine Auswahl von Stücken der Linckschen Petrefacten soll die Einzigartigkeit der Waldenburger Sammlung illustrieren. Zum einen handelt es sich um Fossilien, die – oft vollständiger und eindrucksvoller – heute zu Tausenden in den Sammlungen naturkundlicher Museen existieren, aber im Einzelfall eine besondere wissenschaftshistorische Bedeutung besitzen. Zum anderen sind unter ihnen einige bis heute selten gebliebene paläontologische Belege zu finden. Wenige sind ungeachtet der intensiven Sammeltätigkeit von Jahrhunderten sogar Unikate geblieben.

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