Botanik

Der Bestand an Pflanzen und Pflanzenteilen, der sich im Museum Waldenburg befindet, ist von großem wissenschafts- und kulturhistorischem Wert. Die Belege gehören zu den ältesten, die im Freistaat Sachsen aufbewahrt werden und dokumentieren eindrucksvoll, nach welchen Gesichtspunkten man in früherer Zeit Pflanzensammlungen anlegte bzw. gestaltete. Außerdem legen sie Zeugnis ab über die in der Vergangenheit angewendeten Präparationstechniken. Die botanischen Sammlungen des Museums umfassen vier Herbarien, eine Sammlung im wesentlichen aus Samen, Früchten, Wurzeln und Harzen bestehend sowie eine Kollektion von Holztafeln.

Die Herbarien

Sind Pflanzen in getrockneter und gepresster Form auf Papier befestigt, spricht man von einem Herbarium (abgeleitet von dem lateinischen Wort herba / Pflanze). Diesen Name trugen ursprünglich nicht nur Herbarien, sondern auch Kräuterbücher mit Zeichnungen von Pflanzen. Deshalb werden in älteren Sammlungen Herbarien als Herbarium vivum benannt, was soviel heißt wie Sammlung lebender Pflanzen. Die Linckschen Herbarien-Pflanzenbelege aus dem Herbarium vivium umfassen 500 Bogen , die in fünf sorgfältig angefertigten Holzkästen untergebracht sind. Diese befinden sich heute im Linck-Zimmer.  Im Inneren findet sich auf mit bunten Ornamenten bedrucktem Papier das Wappen der Familie Linck.

Zwei Herbarbelege aus dem 17./18. Jh.

Zwei Herbarbelege aus dem 17./18. Jh.

Die ausnahmslos gut gepressten Pflanzen stecken mit ihren Stielen in aufgeklebten, gedruckten Papiervasen und -töpfen. Diese sind schön verziert und variieren in Form und Farbe. Schlanke oder filigrane Pflanzen befinden sich in schmalen Vasen, robuste und weit verzweigte wurden in breite Vasen bzw. Töpfe gesteckt. Die Belege ähneln dadurch kleinen Blumensträußen und besitzen einen hohen ästhetischen Wert.

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