Die Anatomische Sammlung

Menschliches Fetalskelett in Schränkchen

Menschliches Fetalskelett (4 Monate) in Schränkchen, 18. Jh.

“Etliche Curiöse, und vornemlich Medici, legen sich auch auf ein Anatomie-Cabinet, […]

Je zierlicher nun die Sceleta aufgerichtet seyn, it. die zerschnittene Gliedmassen, theils äusserliche, als Ohren, Augen u. theils innerliche, als Nerven, Adern, Herz, Leber, Lunge, Gedärme, Gehirn et. auf künstliche Art so aufgestellt seyn, daß nicht allein das Auge, sondern auch vornemlich das Gemüth und Gedächtniß den meisten Nutzen in Betrachtung derselben empfinden kan; um desto schöner ist ein solches Cabinet bestellet. Die besondere Curiosität in Anatomicia aber besteht auch darinnen, wenn man monströse oder ungemeine Objecta vorzeigen kann…”

… schreibt Caspar Friedrich Jenckel 1727 in seiner Anleitung zum rechten Begriff und nützlicher Anlegung der Museorum oder Raritätenkammern. So ist es nicht verwunderlich, wenn in der Linckschen Sammlung, deren Grundstock ja in dieser Zeit entstand, anatomische Ausstellungsstücke zu finden sind. Wie diese Präparate in den Besitz der Apothekerfamilie Linck gekommen sind, ist nicht genau bekannt. Jedoch dürfte ein Großteil der Ausstellungsstücke durch Kauf von Leipziger Ärzten erworben worden sein.

Die anatomische Sammlung des Museums umfasst neben Skeletten auch Fehlgeburten und seltene Fehlbildungen.

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