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Herkunft: Museum - Naturalienkabinett Waldenburg | Rechte: Museum - Naturalienkabinett Waldenburg [CC BY-NC-SA]
Naturalienkabinett [NAT V 108 M]

Geistermaschine

Zu den ungewöhnlichsten Objekten aus der Linck-Sammlung zählt diese bemalte Holzkiste mit abnehmbaren Deckel, die eine Art "Miniatursarg" darstellt. Es handelt sich um eine um 1797 hergestellte Die Geistermaschine, die dem scheinbaren Heraufbeschwören von Verstorbenen diente. Der Deckel ist in barocker Manier mit einem schwarzen Kreuz bemalt, über dem ein Schädel auf gekreuzten Knochen sowie ein Stundenglas schweben. Auch die Seitenwände der Holzkiste sind mit Festons und Girlanden bemalt und besitzen an einer Längsseite einen Schlitz sowie eine kleine Tür.

In der Geistermaschine befindet sich als Lichtquelle eine kleine Öllampe unter einem metallenen Dach, das in der Waldenburger Maschine fehlt. Ein Hohlspiegel hinter der Lampe reflektiert das Licht in den Tubus, der an der Zwischenwand mit dem Bildeinschub, befestigt ist. In der Höhe des Bildeinschubs befinden sich in den Außenwänden des Kastens zwei gegenüberliegende Bildschlitze zum Einführen der Geisterbilder, deren Motive im Hintergrund geschwärzt waren. Um Tote als Geist auferstehen zu lassen, musste der Vorführer, um ein Gesicht möglichst wirklichkeitsgetreu auf Glas malen zu können, den Zuschauer im Vorfeld in ein Gespräch verwickeln und Fragen stellen, die etwa die Haar- und Augenfarbe, aber auch die Form der Nase, des Kinns usw. betrafen. Mit diesen Charakteristika ließen sich um 800 verschiedene Porträts in ihren Grundzügen darstellen und auf Glas malen, die nahe an die
Erinnerungen an den Verstorbenen herankamen. Die Geister der Verstorbenen wurden über einen auf der gegenüberliegenden Seite des Kastens schräg eingelegten Spiegel auf den nach oben steigenden Rauch, der aus einer kleinen metallenen Schütte steigt, projiziert. Eine länger anhaltende Projektion war mit der Geistermaschine kaum zu erzielen, ohne gleichzeitig den Effekt offenzulegen, der vermutlich nur Kinder überrascht haben dürfte.

Im Leipziger Gartenhaus von Johann Heinrich Linck d. J. (1734-1807) fanden derartige Séancen etwa mit dem Freimaurer und Okkultisten Johann Georg Schrepfer statt. Ob der Geisterkasten in diesem Zusammenhang genutzt wurde oder als galante Spielerei in die Sammlung fand, ist nicht bekannt.

Material & Technik

Metall, Holz / bemalt

Maße

Länge: 27 cm, Höhe: 18 cm, Tiefe: 10 cm

Hergestellt

18. Jahrhundert

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